
Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Leute im Business scheinbar immer den richtigen Riecher haben? Während ich oft noch das Gefühl habe, im Nebel zu stochern und zu hoffen, dass meine nächste Aktion irgendwie zündet, wirken andere so, als hätten sie eine Landkarte, die ich nicht sehe.
Ich habe vor kurzem einen Podcast von Tony Robbins gehört, der mir in diesem Punkt echt die Augen geöffnet hat. Er sagt, dass Erfolg im Unternehmertum viel mit einer bestimmten Fähigkeit zu tun hat: Mustererkennung.
Zuerst dachte ich: „Klingt logisch, aber auch irgendwie abstrakt.“ Doch je mehr ich darüber nachdenke und versuche, das in meinem eigenen Alltag umzusetzen, desto mehr merke ich: Es ist vielleicht wirklich der eine Hebel, an dem wir alle ansetzen können, um nicht mehr nur im Hamsterrad zu rennen, sondern das Ganze von oben zu betrachten. Ich stecke da selbst noch mitten im Lernprozess, aber die Logik dahinter ist so simpel wie genial.
In dem Podcast wurde das Ganze in drei Phasen unterteilt, die mir geholfen haben, mein eigenes Chaos im Kopf ein bisschen besser zu sortieren.
Der erste Schritt ist die Mustererkennung (Pattern Recognition). Das ist dieser kleine „Aha-Moment“, in dem du merkst: „Moment mal, immer wenn ich X tue, passiert danach meistens Y.“ Das kann im Kleinen sein, zum Beispiel: „Immer wenn ich mir morgens eine Stunde ohne E-Mails nehme, schaffe ich die Aufgaben, vor denen ich mich sonst drücke.“ Oder im Großen: „Kunden kommen immer dann auf mich zu, wenn ich vorher wertvolle Tipps geteilt habe, statt nur stumpf zu werben.“ Es geht darum, die Zusammenhänge zu sehen, die wir im Stress oft übersehen.
Darauf folgt das Nutzen der Muster (Pattern Utilization). Wenn du erst einmal verstanden hast, wie der Hase läuft, fängst du an, das Ganze aktiv für dich zu steuern. Anstatt zu warten, dass der Zufall dir in die Karten spielt, nutzt du das erkannte Muster als Werkzeug. Du investierst deine Zeit und Energie ganz gezielt dort, wo du weißt, dass es sich für dein Business auszahlt. Man arbeitet nicht mehr nur härter, sondern ein bisschen „schlauer“, weil man die Abkürzungen kennt.
Die höchste Stufe ist das Erschaffen neuer Muster (Pattern Creation). Das klingt jetzt vielleicht nach Raketenwissenschaft, ist aber eigentlich nur die logische Konsequenz. Wenn du die Spielregeln deiner Branche in- und auswendig kennst, kannst du anfangen, eigene Regeln aufzustellen. Du schaffst neue Marktlücken oder erfindest Arbeitsweisen, die genau zu dir passen. Aber – und das ist der Punkt, an dem ich selbst oft hängen bleibe: Du kannst nichts Neues erschaffen, wenn du nicht vorher gelernt hast, die bestehenden Muster überhaupt erst einmal zu erkennen und zu verstehen.
Ehrlich gesagt klingt das alles in der Theorie immer toll, aber im Alltag zwischen E-Mails, Kundenprojekten und Buchhaltung verliert man diese Muster oft schnell wieder aus den Augen. Ich merke selbst, wie oft ich einfach nur „mache“, ohne kurz innezuhalten und mich zu fragen: „Warte mal, gab es das nicht schon mal?“
Wie trainiert man also diesen „Muster-Muskel“? Für mich hat es viel mit Entschleunigung zu tun. Man kann keine Muster erkennen, wenn man mit 180 km/h durch den Tag rast. Hier sind zwei Dinge, die ich gerade versuche, um meinen Blick zu schärfen:
Der Hebel liegt darin, sich vom reinen „Abarbeiten“ ein Stück weit zu entfernen und mehr zum Beobachter zu werden. Wenn wir Schritt 1 – das Erkennen – wirklich ernst nehmen, fällt Schritt 2 – das Nutzen – fast von alleine leichter. Und irgendwann, mit viel Übung, kommt vielleicht der Punkt, an dem wir wirklich etwas ganz Neues erschaffen können.
Mustererkennung ist keine geheime Superkraft, sondern eine Disziplin, die wir jeden Tag ein bisschen mehr lernen können. Wir müssen nicht von heute auf morgen das nächste große Ding erfinden. Es reicht schon, wenn wir heute ein kleines Muster verstehen, das uns morgen die Arbeit ein bisschen leichter macht.